Kleingärtnerverein Waldeslust e.V.

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Von Roland Keth                        

WORMS - Am Sonntagnachmittag herrschte das absolute Chaos. Wegen der vielen Autos in Philosophenstraße und Friedrichsweg mit Besuchern, die zum Spazierengehen an den Rhein, ins „Wäldchen“ zum Tiergarten oder auf den Spielplatz wollten, brach der Verkehr teilweise völlig zusammen (wir berichteten). Das Ordnungsamt hatte frei, konnte also nicht eingreifen, stattdessen versuchte die Polizei, Ordnung zu schaffen, was aber kaum gelang.

60 Knöllchen, genervte Polizisten, pöbelnde, uneinsichtige Autofahrer: „Meine Kollegen, die gar nicht zuständig waren und in die Bresche sprangen, mussten einiges aushalten“, berichtete Polizeisprecher Markus Winter am Montag und verlangte einmal mehr von der Stadt, dass diese die „24/7“-Regelung umsetzt. Sprich: dass Ordnungskräfte 24 Stunden an sieben Tagen im Dienst sind.

  • Dauereinsatz Zwei von vier Funkstreifen waren am Sonntagnachmittag im Wäldchen dauerhaft im Einsatz und fehlten dafür an anderer Stelle, etwa bei Verkehrsunfällen. Weil im Rathaus niemand zu erreichen war, bat die Polizei die Feuerwehr um Amtshilfe, die dann Absperrschilder aufstellte.
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Mehr Parkplätze am Tiergarten

Für Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek (CDU) eine utopische Forderung: „Wir haben zwar personell aufgestockt, aber dies können wir nicht leisten.“ Klar allerdings sei spätestens nach diesem Sonntag: „Wir können uns so nicht mehr durchwursteln, wir brauchen jetzt grundsätzliche Lösungen, zumal das Gebiet, zu dem auch noch Umwelt- und Erlebnisgarten zählen, immer attraktiver wird.“

Erste Maßnahme ist, dass am Eingang des Tiergartens möglichst rasch noch ein zusätzlicher Parkplatz für 250 Autos gebaut werden soll, weil ganz einfach Stellplätze fehlen. „Dazu gibt es allerdings noch keinen Antrag der Freizeitbetriebe. Die müssen das jetzt angehen“, fordert Kosubek. „Das löst aber noch nicht das Problem im Friedrichsweg.“ Zwingend nötig sei deshalb eine zweite Abfahrtsmöglichkeit. Am besten geeignet sei dafür wohl eine Route, die vom Friedrichsweg über den Hammelsdamm Richtung Tierheim, unter der B9 hindurch über den Langen Rech in Richtung Mittelochsenplatz, frühere Esbella/Edeka zur Klosterstraße führt. „Dazu müsste dann allerdings die B9-Unterführung, die derzeit nur 2,40 Meter aufweist, tiefer gelegt werden“, erläutert der Bürgermeister. Dafür und für den Parkplatzbau zuständig ist Kosubeks Kollege, Baudezernent Uwe Franz (SPD).

Planungen für das Stabausfest im Tiergarten

Am kommenden Samstag, 18. März, folgt bereits das nächste Event mit neuerlicher Chaos-Gefahr, das Stabausfest im Tiergarten. Dazu wollen die Freizeitbetriebe nach den Erfahrungen des vergangenen Sonntags eine Ausnahmegenehmigung beim Wasser- und Schifffahrtsamt beantragen, um den abfließenden Verkehr über Friedrichsweg, Schützenverein und den nachfolgenden Wirtschaftsweg entlang der Polderfläche Richtung Freilichtbühne/Oberer Busch auf die B9 leiten zu können.

„Das haben wir auch schon beim Spectaculum gemacht, wir wissen, dass das funktioniert“, erläutert Kosubek, schränkt aber sofort wieder ein. „Das kann aber keine Dauerlösung sein, weil der Wirtschaftsweg dazu weiter befestigt werden müsste. Außerdem führt der Weg direkt am Polder entlang, ist also hochwassergefährdet. Deshalb wäre es bestimmt auch schwer, dafür überhaupt eine Langzeitgenehmigung zu bekommen“, schätzt Kosubek die Machbarkeit dieser Variante als sehr gering ein.

Ein Kreisel soll für verbesserten Verkehrsfluss sorgen

Er will für Samstag auch sicher stellen, dass das Ordnungsamt mit zwei Kräften im Einsatz ist und streng gegen Parksünder vorgeht. „Notfalls werden wir verkehrsbehindernde Fahrzeuge auch abschleppen lassen.“

Ein Zweites wird die Straßenverkehrsbehörde, für die Kosubek Verantwortung trägt, ebenfalls rasch umsetzen. „Weil ein Großteil der abfahrenden Besucher von der Philosphenstraße nach links in die Ludwigsstraße Richtung Schnellstraße (Ludwigshafen/Bobenheim-Roxheim) will, wegen des hohen Verkehrsaufkommens dazu aber lange warten muss, werden wir künftig nur noch das Rechts-Abbiegen erlauben.“ Langfristig betrachtet, so Kosubek, könne hier aber nur ein Kreisel für einen verbesserten Verkehrsfluss sorgen.


Von Johannes Götzen

WORMS - Wie kann man dafür sorgen, dass bei Großveranstaltungen oder besonders schönem Wetter der Verkehr im Friedrichsweg entlang der Bürgerweide nicht regelmäßig komplett zum Stillstand kommt? Darüber sollte der Bauausschuss am Donnerstag beraten, die Verwaltung hatte einen Vorschlag erarbeitet, den sie auch umfassend erläuterte. Doch es kam nicht dazu. Baudezernent Uwe Franz, der den Vorsitz im Bauausschuss führt, bat um Vertagung, alle anwesenden Ausschussmitglieder stimmten dem zu.

Franz erklärte, dass die Fraktionen noch intensiven Beratungsbedarf angemeldet hätten. Zudem gehe es darum, keine Einzelmaßnahme zu beschließen, sondern hier ein Gesamtpaket inklusive der Frage nach einem Kreisverkehr an der heutigen Abzweigung von der Ludwigstraße in den Philosophenweg und weiterer Parkflächen am Tiergarten.

  • Anfang des Jahres, es war der erste warme Tag des Jahres, herrschte schieres Chaos im Wäldchen. Der Besucherandrang war so riesig, dass der Fried¬richsweg ruckzuck zugeparkt war und es weder vorwärts noch rückwärts weiter ging.

  • Die Polizei musste einschreiten, ihre Bilanz: 60 Knöllchen, genervte Polizisten, pöbelnde, uneinsichtige Autofahrer.

Friedrichsweg könnte von der Ludwigstraße her zur Einbahnstraße werden

Die Vorlage, die die Verwaltung zur Bauausschusssitzung präsentiert hatte, enthielt allerdings genau zu diesen Fragen konkrete Lösungsvorschläge. Wesentlicher Punkt ist eine Idee, die auch bereits im Innenstadtausschuss diskutiert worden war: Der Friedrichsweg könnte von der Ludwigstraße her zur Einbahnstraße werden, und zwar bis zur Abzweigung zur Waldeslust-Gaststätte. Über diesen Weg wäre die Zufahrt zum Tiergarten von der Ludwigstraße aus möglich, ohne Gegenverkehr könnte der Friedrichsweg dies auch bei Großveranstaltungen verkraften. Von der Zufahrt zur Waldeslust-Gastätte aus ist bislang die Einfahrt nur für Anlieger erlaubt. Aber der Weg könnte zur Einbahnstraße bis zur Alemannenstraße werden, über die dann der Verkehr wieder aus dem Wäldchen abfließen könnte. Er müsste auf einer Länge von 400 Metern auf eine Breite von etwa 5,50 Meter ausgebaut werden. Dazu allerdings muss mit dem Kleingartenverein Waldeslust gesprochen werden. Zumal die weiteren Vorschläge der Verwaltung noch weit erheblichere Einschnitte mit sich brächten.

Umfangreiche ökologische Untersuchungen gefordert

Denn die geplante Erweiterung des Parkplatzes am Tiergarten stellt sich mittlerweile als nicht mehr so einfach umsetzbar heraus. Einen Bauantrag dazu hat die Verwaltung gestellt, doch sieht die Untere Naturschutzbehörde, die im Bereich 3 der Stadtverwaltung angesiedelt ist, diesen sehr kritisch, ist in der Vorlage nachzulesen. Es seien umfangreiche ökologische Untersuchungen notwendig, und ob diese einen Parkplatz dann noch zuließen, bleibe abzuwarten. Deshalb ist in der Vorlage nun der Vorschlag enthalten, mit der für die neue Straße ohnehin notwendigen Änderung des Bebauungsplanes gleich die Voraussetzungen für Parkflächen südöstlich der Straße zu schaffen. Außerdem könnte so doch wieder die eigentlich verworfene Erweiterungsfläche für Röchling Automotive bereitgestellt werden und damit dem Unternehmen mittel- und langfristig Möglichkeiten zur weiteren Entwicklung gegeben werden. Dafür müssten dann allerdings die heute dort vorhandenen Kleingärten verlegt werden. Dafür sieht die Vorlage Flächen am Mondscheinweg, südlich des Hammelsweges und nördlich der Gaustraße vor.

Schließlich der Kreisverkehr. Der würde 1,68 Millionen Euro kosten, mehr Verkehrsfluss ermöglichen, aber das Nadelöhr Friedrichsweg nicht beseitigen, heißt es in der Vorlage. Deshalb sah Punkt vier der Beschlussvorlage vor: „Entfall des Kreisverkehres Philosophenweg/Ludwigstraße“.

Aber über all dies wollte der Bauausschuss am Donnerstag nicht sprechen.